Zeitwertkonto


Einführung für alle Berufsgruppen gefordert!

Fragen und Antworten

 

1. Was ist ein Zeitwertkonto (ZWK)?

Das ZWK ist eine exible Sabbatical-Variante bzw. eine mit dem Arbeitgeber ver- einbarte Auszeit und basiert auf völliger Freiwilligkeit, d.h. ein Ansparen erfolgt nur über Antrag der Arbeitnehmer. Man kann es auch als eine Art Sparform bezeichnen, in der Mitarbeiter auf einen Teil ihres Einkommens (Brutto!) verzichten, um diesen später verbrauchen zu können.

 

2. Was ist der wesentliche Vorteil bzw. wodurch unterscheidet sich das ZWK von bereits bekannten Sparformen?

Der wesentliche Vorteil ist sicherlich das sog. Bruttosparen. Lohnabhängige Abga- ben (Lohnsteuer, Sozialversicherung, …) sind erst zum Zeitpunkt des Verbrauchs zu leisten, d.h. die Beträge werden praktisch „Brutto für Netto“ gespart.

 

3. Wer sollte sich ein ZWK anlegen?

  • »  Wer „sanft“ aus dem Berufsleben ausscheiden möchte, d.h. sich eine Teilzeitar- beit mit Zusatzeinkommen aus dem ZWK nanzieren möchte.
  • »  Wer zusätzliche Beitragsjahre erwerben will, um dadurch eine höhere Pension oder einen früheren Pensionsantritt erreichen zu können.
  • »  Wer beabsichtigt vor Pensionsantritt bereits aus dem aktiven Arbeitsleben auszuscheiden.
  • »  Wer die Vorsorge für eine Auszeit tre en will (z.B. zu Ausbildungszwecken oder zur P ege naher Angehöriger).

 

4. Wann ist es sinnvoll mit dem ZWK anzufangen?

Es ist natürlich sinnvoll, so bald als nanziell möglich, damit zu beginnen.

 

5. Wie schaut es mit der Laufzeit des ZWK aus?

Es gibt grundsätzlich keine Laufzeit. Man kann bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses angesparen.

 

6. Wie hoch ist der Betrag den man ansparen kann und hat man die Möglichkeit diesen zu ändern?

Der Ansparbetrag beträgt bis zu 10% des Monatsbezuges und kann einmal pro Jahr geändert, bzw. auch völlig ausgesetzt werden.

 

7. Was passiert, wenn ich den Arbeitgeber verlasse?

Da das Zeitwertkonto bei einer betrieblichen Vorsorgekasse geführt wird, bleibt es unabhängig von einem Arbeitgeberwechsel bestehen.

 

8. Wie wird das angesparte Kapital wertgesichert?

Die Wertsicherung bzw. Veranlagung des angesparten Kapitals erfolgt wie bei der Abfertigung Neu in einer betriebrlichen Vorsorgekasse.

 

9. Kann man auch Einmalzahlungen leisten?

Nein, es muss immer ein Prozentsatz des Monatsbezuges sein. Man kann aber im Falle einer Einmalzahlung (Dienstjubiläum, Prämien, Überstundenauszahlung…) im folgenden Jahr den Ansparbeitrag entsprechend anpassen!

 

10. Verfällt mein Guthaben am ZWK, wenn ich sterbe?

Nein. Das Guthaben geht auf die Erben über.

 

11. Gibt es während des Ansparens Infos über die Höhe des Guthabens?

Ja, es gibt eine jährliche Kontonachricht über das am ZWK angesparte Kapital.

 

12. Wie bzw. wann kann man das Guthaben verbrauchen?

Möchte man das Zeitguthaben bzw. Teile davon während des Arbeitsverhältnisses (sprich für eine Auszeit) verbrauchen, bedarf es einer Zustimmung des Arbeitge- bers. Es besteht jedoch ein Rechtsanspruch auf Verbrauch des Zeitguthabens vor Pensionsantritt.

 

13. Kann der AN „verpflichtet“ werden, eine Auszeit zu nehmen?

Nein, selbstverständlich nicht! Wie bereits erwähnt, kann ein Verbrauch des Gutha- bens nur einvernehmlich und über Antrag des Arbeitnehmers erfolgen.

 

14. Gibt es persönliche Beratungen zum ZWK?

Ja man kann persönliche Beratungen über den jeweiligen Betriebsrat in Anspruch nehmen. Grundsätzlich kann auch von der Faustregel: „10 Jahre lang – bei einem 10%igen Ansparbetrag = ca. 1 Jahr Zeitguthaben“ – ausgegangen werden.