Grazer Seniorenbund kämpft gegen die Altersdiskriminierung


Die Referenten der Enquete „Alter-Risiko?“: Josef Rauch, Dr. Andreas Fössl, Dr. Karl Kornhäusl, Stadtrat Kurt Hohensinner, Mag. Daniela Grabovac u. GR Ernest Schwindsackl

In der bereits vierten Runde der „Murinsel-Gespräche“ stellte der Stadtgruppenobmann des Grazer Seniorenbundes GR Ernest Schwindsackl wieder ein aktuelles Thema der Generationen zur Diskussion.

Erneut rund 100 Teilnehmer bestätigten, dass der  Grazer Seniorenbund mit der Diskussionsplattform mitten in der Mur mit seiner Linie voll im Trend liegt. Das belegen die Auswahl des Themas Alterdiskriminierung, die Kompetenz der Referenten, die schwungvolle Leitung durch GR Schwindsackl und das rege Interesse der Besucher.

Naturgemäß spielte die Kürzung des Überziehungsrahmens durch Geldinstitute ein große Rolle. Mag. Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskrimierungsstelle Steiermark, zeigte Verständnis dafür, dass dieses Thema die Menschen bewegt, merkte allerdings an, dass es – anders als im Arbeitsrecht – derzeit kein Gesetz gebe, welches Banken und Versicherungen davon abhält, die Konditionen für ältere Kunden zu verschlechtern. Auch Dr. Andreas Fössl, der in der Wirtschaftskammer für diesen Bereich zuständig ist, wurde von den Besuchern mit diesem Problem konfrontiert. Anschaulich erläuterte er das Umfeld, das der Banksektor seit der Finanzkrise vorfindet. Konkret verwies er auf Beschwerdestellen in den Instituten und einen Ombudsmann der Branche. Auch Grabovac, Sozialstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) und Seniorenbund-Obmann GR Ernest Schwindsackl boten den Anwesenden individelle Hilfe und Beratung an. Das wurde von den Besuchern freudig begrüßt.

Hohensinner, dessen Ressort in Graz auch für Generationen zuständig ist, sprach den älteren Mitbürgern ein dickes Lob aus, weil sie geradezu die Säule des Ehrenamtes seien. Die meisten der Grazer, die ehrenamtlich tätig und für die Gesellschaft unverzichtbar sind, seien älter als 50 Jahre. Dem Dank dafür schloss er die Bitte an, weiter in diesem Sinn aktiv zu sein. Der Politiker hob in der Folge die zahlreichen Leistungen der Stadt Graz für Bürger jeden Alters hervor.

Auf die Befürchtung, dass älteren Patienten von Ärzten oder in Spitälern bestimmte Behandlungen vorenthalten würden, ging der Internist Dr. Karlheinz Kornhäusl ein. Der Vertreter der Ärztekammer berichtete überzeugend, dass er in der Medizin noch nie Fälle von Altersdiskriminierung erlebt habe. Auf erfrischende Art machte er den Anwesenden deutlich, dass sie es selbst in der Hand hätten, durch Humor und Aktivsein zu eigenen Wohlbefinden beizutragen.

Die Auswahl und Kompetenz der Referenten machte die Veranstaltung besonders lebendig. Für die Anwesenden überraschend dürften die Worte des Grazer Werbeunternehmers Josef Rauch gewesen sein, Geschäftsführer der Agentur Josefundmaria. Er kritisierte die eigene Branche, weil die Werbung bis heute fast nur auf das Thema Jugend setze und die Zielgruppe der älteren und noch dazu zahlungskräftigen Konsumenten weitgehend vernachlässige. Schön langsam beginne ein Umdenken, so Rauch, und verwies auf das Magazin „Abenteuer Alter“, das von seinem Unternehmen herausgegeben wird. Es entwickle sich zu einem großen Erfolg, weil es sich den Anliegen dieser Zielgruppe auf neue und erfrischende Art widmet. So enthält die jüngste Ausgabe des Magazins ein Interview mit GR Ernest Schwindsackl, in dem dieser die brennendsten Themen der älteren Generation anspricht.