Steuerexperte BO DGO GK Johann Hartinger informiert:


Viele Menschen sind von der neuen automatischen ArbeitnehmerInnenveranlagung verunsichert. Jedoch betrifft diese nur ArbeitnehmerInnen, die bisher keinen Gebrauch von einem Steuerausgleich gemacht haben. Diese bekommen Mitte des Jahres eine Information des Finanzamtes zugesandt. Wird auf dieses Schreiben nicht reagiert, erhalten diese eine Gutschrift auf Grund der, beim Finanzant aufliegenden Einkommensverhältnisse. Auch nach einer automatischen Veranlagung besteht immer noch die Möglichkeit, eine solche zu beantragen um idivituelle Ausgaben geltend zu machen. Zu berücksichtigen hierbei ist jedoch, dass ein einmaliger Kontakt mit dem Finanzamt aufgenommen werden muss zur Bekanntgabe der eigenen Kontonummer.

Für alle, die in die Lohnsteuerpflicht fallen oder die bisher das Pendlerpauschale über den Steuerausgleich beantragt haben, zahlt sich die Veranlagung weiterhin aus, so der ÖAAB Steuerexperte Johann Hartinger.

Per Gesetz zieht das Unternehmen bei jeder Gehalts- oder Lohnzahlung die Lohnsteuer gleich ab und überweist sie an die Finanz. Besondere und oft teure Lebensumstände fallen dabei unter den Tisch. Laut Steuerrecht werden diese Kosten erst über den Steuerausgleich angerechnet. Berücksichtigt werden Sonderausgaben (Personenversicherungern und Wohnraumschaffung (sofern diese schon vor dem 1.1.2016 bestanden haben, Spenden und Kirchenbeitrag – diese werden ab 2017 direkt an das Finanzamt übermittelt und automatisch berücksichtigt), Werbungskosten (Gewerkschaftsbeiträge und Betriebsratsumlage) und außergewöhnliche Belastungen (Krankheit, Behinderung).

Bei den Kosten für Kinderbetreuung kann auch die Betreuung während der Ferienzeiten (Kinderlager) eingereicht werden. Die von alleinerziehenden oder -verdienenden Eltern bezahlte Lohnsteuer wird reduziert. Für ein Kind macht das zum Beispiel 494 Euro aus. Für auswärtige berusausbildung von Kinder wir ein pauschaler Freibetrag von € 110,00/Monat gewährt (Berufsschule, Internat, Studium; wenn es zwischen Wohnort und Ausbildungsort kein öffentliches Verkehrmittel gibt welches die Verbindung innerhalb einer Stunde gewährleistet).

Unter Werbungskosten fallen auch Fortbildungen, die mit dem ausgeübten Beruf zusammenhängen. Abzugsfähig sind Kursgebühren, Kursunterlagen, Prüfungsgebühren, Kopierkosten, aber auch Fahrtkosten zum Kursort. Nicht steuerlich berücksichtigt werden Kurse ohne Berufsbezug wie B-Führerschein, Esoterik- und Malkurse. Steuermindernd sind aber auch Kosten für Fachliteratur oder für Arbeitsmittel (PC oder Laptop für die Büroarbeit, das Messerset für Köche usw.).