Kilometergeld Diäten-Regelung


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der amtliche Kilometersatz beinhaltet folgende Kosten:

Abschreibung bzw. Wertverlust des Autos, Kosten für Treibstoff, Wartung, Reparatu- ren, Zusatzausrüstungen (z.B. Winterreifen, Schneeketten etc.), Autoradio, Steuern, Gebühren (Vignetten), Versicherungen, Mitgliedsbeiträge von Autofahrerclubs, Kredit- oder Leasingraten, sowie Parkgebühren und Mautgebühren.

Das Kilometergeld ist steuerfrei

Es deckt alle Kosten pauschal ab, die durch die Verwendung des Privatfahrzeuges für Dienstfahrten anfallen. Für Fahrtstrecken zwischen Wohn- und Arbeitsstätte gebührt kein Kilometergeld.

Wer erhält Kilometergeld

ArbeitnehmerInnen, welche ihr privates Fahrzeug für Fahrten im Rahmen des Dienstverhältnisses einsetzen. Der Dienstgeber kann die nachgewiesenen Kilome- ter (maximal 30.000/Jahr) in der Höhe des amtlichen Kilometergeldes steuerfrei ersetzen. Dabei darf es sich nicht um Fahrten zwischen Wohnung und Dienststelle handeln.

ÖAAB-Tipp 1:

Wird vom Dienstgeber kein bzw. nicht in voller Höhe des amtlichen KM Geldes, steuerfreier Er- satz geleistet, kann die Differenz als Werbungskosten, im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung, geltend gemacht werden.

Freie DienstnehmerInnen und Selbständige können für ihre beru ichen Fahrten das amtliche Kilometergeld im Zuge der Einkommensteuererklärung als Ausgabe geltend machen (die Führung eines Fahrtenbuches ist notwendig). Wird das private Fahrzeug jedoch zu mehr als 50% beru ich genutzt, sind die tatsächlichen Ausga- ben (Betriebskosten, Afa….) anzusetzen.

ÖAAB-Tipp 2:

Wer Kilometergeld bezieht, darf keine anderen (Fahrt)Kosten mehr abschreiben. Wenn die tatsächlichen Kosten jedoch höher sind, kann man die Differenz zum KM-Geld bzw. auch die tatsächlichen Kosten steuerlich geltend machen!

ÖAAB-Tipp 3:

Unbedingt Fahrtenbuch führen! Im Falle einer Kontrolle verlangt das Finanzamt den Nachweis Ihrer Fahrten. Im Fahrtenbuch sollten Datum, Ausgangs- u. Zielort, Zweck sowie die zurück- gelegten Tageskilometer angeführt werden. Es genügen aber auch andere Unterlagen (zB. Reisekostenabrechnung) gegenüber dem Arbeitgeber.

ÖAAB-Tipp 4:

Selbständige können vom Auftraggeber nie „steuerfreies Kilometergeld“ beziehen. Auch wenn die Fahrkosten Teil der Verrechnungsbasis sind stellt sie immer Einnahmen dar – die Kosten werden im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung wirksam.

 

Diäten-Regelung

Wann hat man Anspruch auf Tagesgeld

Wer beru ich länger als drei Stunden und mindestens 25 km entfernt vom Betrieb tätig ist (z.B. für Weiterbildung, Montage, Außendienst etc.) hat im Inland für jede angefangene Stunde (ab der Abfahrt) einen Diätenanspruch von 2,20 Euro. Das maximale Taggeld beträgt 26,40 Euro. Bei Auslandsreisen gebühren je nach Land eigene höhere Tagessätze und Nächtigungsgebühren.

Einschränkungen bei gleichen Einsatzorten

Die Diätenregelung wird eingeschränkt, wenn der auswärtige Einsatzort regelmäßig aufgesucht und somit zum neuen Mittelpunkt der beru ichen Tätigkeit wird. Wer länger als 5 Tage am selben Ort oder regelmäßig im gleichen Einsatzgebiet tätig ist, darf nur 5 Tage steuerfrei Diäten schreiben. Wer in einem Jahr unregelmäßig den selben Ort aufsucht oder im gleichen Einsatzgebiet tätig ist, dem werden maximal 15 steuerfreie Diätentage gewährt.

Hinweis: In manchen Branchen sind bessere Regelungen (ohne Einschränkun- gen) gesetzlich im Kollektivvertrag verankert. Nur in diesen Fällen ist eine günstigere Abweichung vom Steuergesetz erlaubt!

Ausnahmen bei über 120 km Entfernung

Wenn eine tägliche Heimkehr zum Hauptwohnsitz nicht zumutbar ist (ab 120 km Entfernung) können Taggelder für Tätigkeiten am selben Ort auch sechs Monate lang in voller Höhe (26,40 Euro pro Tag) steuerfrei ausbezahlt werden.

Doppelte Haushaltsführung

Wenn der Beschäftigungsort vom Familienwohnsitz zu weit entfernt ist, um täglich nach Hause zu fahren (seit 2014 ab mehr als 80 km und wenn die Fahrzeit mit dem tatsächlich benutzten Verkehrsmittel mehr als eine Stunde beträgt), und somit eine Wohnung nahe des Arbeitsplatzes benötigt wird, können die Aufwendungen für die- se Wohnung bis zu max. 2.200 Euro pro Monat als Werbungskosten geltend machen (z.B. für Einrichtungsgegenstände, Hotelkosten).

Weiters sind Familienheimfahrten bis zu einem monatlichen Höchstbetrag von 306 Euro steuerwirksam. Als Fahrtkosten sind die Aufwendungen für das jeweils benütz- te Verkehrsmittel zu berücksichtigen (z.B. Bahnkarte, Kilometergeld).

Dieser Steuervorteil gebührt Singles max. sechs Monate, in Ausnahmefällen (z.B.
in Berufszweigen mit hoher Fluktuation, wie im Baugewerbe oder der Gastronomie; bei befristeten Arbeitsverhältnissen; wenn am Familienwohnsitz ein p egebedürfti- ger Angehöriger lebt; bei ausländischem Wohnsitz) auch länger – bei Familien (wenn beide Partner über 6.000 Euro pro Jahr verdienen) sogar unbefristet.

Nächtigungskosten

Ist die beru ich veranlasste Reise mit einer Nächtigung verbunden, können ent- weder die Kosten inklusive Frühstück laut Beleg oder eine Nächtigungspauschale von 15 Euro pro Nächtigung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Bei Nächtigungen im Ausland gebührt ohne Belegnachweis der jeweilige Höchstsatz für Bundesbedienstete. Stellt der Arbeitgeber kostenlos eine Nächtigungsmöglichkeit zur Verfügung, steht keine Nächtigungspauschale zu. Zusätzliche Aufwendungen (z.B. fürs Frühstück) sind ebenfalls steuerwirksam – ohne Beleg pauschal 4,40 Euro im Inland und 5,85 Euro bei Auslandsreisen.

 

Tipps und Hinweise

Reisekosten bei beru icher Weiterbildung

Die Diäten- und Kilometergeldregelung kommt auch im Rahmen der beru ichen Aus- und Weiterbildung für Fahrten vom Wohn- zum Ausbildungsort mit den ge- nannten Kriterien zum Tragen.

Unfall-Schäden im Außendienst

Wer im Außendienst oder am Weg zur Arbeit einen unverschuldeten Unfall (Stein- schlag, Wildwechsel etc.) hat, kann die Reparaturkosten als Werbungskosten in der Arbeitnehmerveranlagung geltend machen. Schäden, die bei einer Dienstreise am Auto entstehen, können laut bürgerlichem Recht auch beim Arbeitgeber geltend gemacht werden.

Kein Geld ans Finanzamt verschenken!

Da die Arbeitgeber nicht verp ichtet sind, Kilometergeld oder Diäten (in voller Höhe) auszubezahlen, können Arbeitnehmer auch die Differenzbeträge zwischen den tatsächlich erhaltenen Reisekosten und dem Kilometergeld bzw. den Diäten bei der Arbeitnehmerveranlagung geltend machen.

Ihr persönlicher Vorteil:

Wer Kilometergeld und Diäten direkt vom Arbeitergeber bekommt, hat den größ- ten Steuervorteil. Man erhält die ausbezahlte Summe 1:1 völlig steuerfrei. Werden Reisekosten hingegen über die Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht, so vermindern Sie nur die Höhe Ihres zu versteuerbaren Einkommens. D.h. je nach Steuerprogressionsstufe erhalten Sie lediglich 36,5 Prozent (bis 25.000 Euro Jah- reseinkommen), 43,21 Prozent (bis 60.000 Euro) oder 50 Prozent der Reisekosten effektiv ersetzt.