LR Drexler: „Pflegeversicherung jetzt – sonst droht der Pflegenotstand!“


Christopher Drexler, als Landesrat auch für die Pflege in der Steiermark zuständig, sieht die Finanzierung der Pflege für unsere betagteren Landsleute als eines der drängendsten innenpolitischen Herausforderungen. Trotzdem geht seit Jahren – wenn nicht sogar seit Jahrzehnten – nichts weiter. Ihm ist ein Dorn im Auge, dass seit den Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über die Kosten der Pflegeregress-Abschaffung große Stille herrscht. „Bei dieser Einigung handelt es sich lediglich um ein kleines Steinchen eines fußballfeldgroßen Mosaiks an Problemstellungen“, wie es der Landesrat treffend beschreibt.

Vollkommen unverständlich ist etwa, dass die Stationäre Pflege in den Heimen – das teuerste und komplexeste Angebot – das einzige ist, dass in Österreich gratis ist. Für die Pflege daheim, die in Sonntagsreden immer wieder gefordert wird, und für Betreutes Wohnen muss man aber weiterhin zahlen.

„Bei einer Konferenz mit Gesundheitsexperten in Taiwan wurde ich gefragt, welche Strategie denn dahinter steht, dass die teuerste Form die einzige ist, die gratis ist. Auf der ganzen Welt wird darüber der Kopf geschüttelt“, berichtet Landesrat Drexler.

Aber nicht nur das Land, vor allem auch die Gemeinden stöhnen unter der Kostenexplosion im Pflegebereich und wenden sich immer öfter hilfesuchend an den Landesrat: „Fast jede Woche bekomme ich Briefe und Resolutionen von den Gemeinden, dass die Kosten so wahnsinnig ansteigen. Viele sagen mir, dass es sich in den Budgets schon bald nicht mehr ausgeht, die Pflichtaufgaben zu erfüllen. Das darf nicht passieren!“

Landesrat Drexler will die Gemeinden unterstützen und verlangt angesichts der sich laufend zuspitzenden Problematik, dass endlich eine ehrliche Debatte über die Pflegefinanzierung in Gang kommt: „Ich fordere einen schnellstmöglichen Gipfel der Zahler – also Bund, Länder und Gemeinden. Dabei bin ich für jede Lösung offen. Solange aber kein besseres Modell am Tisch liegt kann es nur heißen: Pflegeversicherung jetzt, sonst droht der Pflegenotstand!“

Angesichts der Zahlen, die von Bundesseite vorliegen, kann das nur unterstrichen werden. Noch im Jahr 2013 wurde vorgerechnet, dass die Kosten für die Pflege im Jahr 2020 bei insgesamt fünf Milliarden Euro liegen werden. Die neuesten Zahlen zeigen aber, dass Österreich schon heuer – im Jahr 2018 – sage und schreibe 7,4 Milliarden Euro für die Pflege ausgibt.

Landesrat Drexler findet deutliche Worte: „Ich bin der Meinung, dass das Thema Pflege an die Spitze der politischen Agenda gestellt werden muss. Zumindest aber glaube ich, dass es auf der Agenda beispielsweise meilenweit vor der verzweifelten Suche nach geeigneten Polizeipferden rangieren müsste.“