Grazer Altstadtschutzzonen wachsen mit 20.02.2020 um 44 Hektar


Verordnung zur Erweiterungen in Waltendorf und für neue Schutzzone in St. Peter beschlossen:

Wie Kulturlandesrat Christopher Drexler und Bürgermeister Siegfried Nagl im Oktober 2019 präsentiert haben, erfahren die Grazer Altstadtschutzzonen eine Erweiterung. Und zwar um rund 44 Hektar. Mehr als 28 Jahre nach der letzten Veränderung der Grazer Altstadtschutzzonen, werden diese nun auf das sogenannte Villenviertel in Waltendorf ausgeweitet, sowie für jenes in St. Peter neu eingerichtet. Das Ziel ist, zu bewahren ohne einzufrieren: In Zukunft wird in diesen Gebieten, Waltendorf und St. Peter, punktuelles Errichten von Neubauten möglich sein, verknüpft mit der Bedingung, dass die bestehende Bebauung und Umgebung in ihrem Charakter erhalten bleiben muss. Eine baukünstlerische Qualität muss gewahrt bleiben.

Die entsprechende Verordnung, mit der das Gebiet der Schutzzonen festgelegt wird, wurde auf Basis der vom Stadtvermessungsamt an das Land übermittelten Daten erarbeitet und von der Altstadtsachverständigenkommission geprüft. Im Rahmen eines vierwöchigen Begutachtungsverfahrens sind insgesamt 14 schriftliche Stellungnahmen zu diesem Verordnungsentwurf eingelangt. Der Großteil hat das Vorhaben begrüßt bzw. kleine redaktionelle Anmerkungen zum Verordnungsentwurf enthalten. Sechs Stellungnahmen haben sich auf die konkrete Grenzziehung der Schutzzonen bezogen. Diese konnten nach positiver Stellungnahme durch die ASVK und das Grazer Stadtplanungsamt und nach fachlicher Prüfung weitgehend eingearbeitet werden. So wurde die Zonenabgrenzung im Norden der Waltendorfer Schutzzone um eine Grundstückparzelle vermehrt (es handelt sich dabei um die sogenannte Türmchen-Villa am Rielke-Weg) und der gesamte nordseitige Verlauf der Ruckerlberggasse im Abschnitt zwischen Plüddemanngasse und Polzergasse wurde in diese Zone integriert. [Anm.: diese Erweiterungen sind in der Anlage „ASSZO_Waltendorf“ rot markiert].

Inklusiver der finalen Erweiterung umfasst die Schutzzone in Waltendorf somit eine Fläche von rund 37,7 Hektar (statt ursprünglich geplanten rund 35 Hektar) und schließt 213 bestehende Hauptgebäude – um 20 mehr als im ersten Entwurf – mit ein. Die neu festgelegte Schutzzone in St. Peter wird eine Fläche von rund 6,3 Hektar umfassen, 57 Hauptgebäude (beide Werte unverändert im Vergleich zum Ursprungsentwurf) werden von den neuen Regelungen des Altstadtschutzes umfasst sein.

 

Die Verordnung, mit der die neuen bzw. erweiterten Altstadtschutzzonen festgelegt werden, wurde heute auf Antrag von Kulturlandesrat Christopher Drexler von der Landesregierung beschlossen. Sie wird in einer Woche, also mit 20.02.2020, in Kraft treten.

Kulturlandesrat Christopher Drexler: „Mit dem Grazer Altstadterhaltungsgesetz stellen wir sicher, dass die einzigartigen Baudenkmäler und deren Umgebung, die das Antlitz der Landeshauptstadt prägen und Jahrhunderte von Landes- und Stadtgeschichte erzählen, trotz aller urbanen Veränderung und neben dem städtebaulichen Wachstum in ihrem Charakter bestehen bleiben. Ich freue mich, dass die neuen Schutzzonen nun beschlossen wurden und es uns gelungen ist, im finalen Entwurf Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern berücksichtigen zu können.“

Bürgermeister Siegfried Nagl: „Graz ist in den letzten Jahren stark zum urbanen Raum herangewachsen. Wir befinden uns im ständigen Veränderungsprozess. Neben der Entwicklung und dem Fortschritt, müssen wir große Achtsamkeit der Lebensqualität entgegenbringen, diese soll im gleichen Maße wachsen. Eine Antwort auf die wachsende Stadt muss daher auch eine Evaluierung der derzeitigen Schutzzonen beinhalten. Wir wollen im Veränderungsprozess den Charakter der historischen Altstadt erhalten. Deshalb ist das Ergänzen der Schutzzonen mit den beiden Villenvierteln St. Peter und Ruckerlberg eine logische und wertvolle Fortsetzung.“

Foto zur honorarfreien Verwendung: (c) Stadt Graz/Fischer Bei der Präsentation der geplanten neuen Schutzzonen: v.l.n.r.: Gertraud Strempfl-Ledl (Vorsitzender der Altstadtkommission), Bürgermeister Siegfried Nagl, Kulturlandesrat Christopher Drexler, Bernhard Inninger (Grazer Stadtplanungsvorstand)

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