Großer Erfolg des Lehrerbundes für alle Pflichtschulen


Am 20.06.2018 fand auf Einladung des Lehrerbundes das Gründungstreffen der Interessensgemeinschaft der Direktoren/innen statt, bei dem Schulleiter*innen aller Pflichtschularten aktuelle Problemfelder, Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der Ausübung ihrer Funktion thematisierten. Seitdem wurden bei mehreren Treffen die wichtigsten Anliegen den bildungsverantwortlichen Entscheidungsträgern*innen und Politikern*innen auf Landes- und Bundesebene übermittelt und bei vielen Gesprächen inhaltlich aufbereitet. Dir. Bernhard Braunstein, BEd. (NMS Gleisdorf) und Dir. Dr. MMag. Agnes Totter (NMS St. Stefan im Rosental) wiesen stets darauf hin, dass der Verwaltungsaufwand für alle Direktoren*innen jedes Jahr umfangreicher, diffiziler und intensiver wird und für die pädagogischen Herausforderungen und Entwicklungen kaum mehr Zeit zur Verfügung steht.

Unser Einsatz hat sich gelohnt, denn die Implementierung von professionellem administrativen Personal an unseren Pflichtschulen wird nun tatsächlich Realität.

Österreich hat im Vergleich zu anderen Ländern wenig administratives Personal in den Schulen. Auf 15 Lehrkräfte kommt eine administrative Kraft. Der EU‐Schnitt liegt hier bei 10. Das fehlende Unterstützungspersonal im administrativen Bereich führt vielfach dazu, dass Schulleitungen viel Zeit und Ressourcen für Verwaltungsarbeit aufwenden. In vielen Schulen übernehmen auch zunehmend Lehrer*innen organisatorische Aufgaben. Zur Entlastung hat sich bereits sowohl im Bund als auch in einzelnen Ländern der Einsatz von professioneller administrativer Assistenz bewährt. Allerdings haben im Pflichtschulbereich noch weniger als 10% der Schulen administrative Unterstützung. Um hier eine weitere noch stärkere Entlastung zu ermöglichen, wurde ein Modell entwickelt Langzeitarbeitslose, benachteilige Personen am Arbeitsmarkt oder Wiedereinsteiger/innen für den administrativen Einsatz zur Entlastung der Schulleitungen und Lehrkräfte in den Pflichtschulen fit zu machen.

Wir freuen uns, dass sich der Einsatz gelohnt hat und danken den Ministern Heinz Faßmann und Christine Aschbacher für ihr Entgegenkommen, denn Pädagogen*innen sollen entsprechend ihrer Ausbildung eingesetzt werden und nicht für Verwaltungsaufgaben ihre wertvolle Zeit aufwenden müssen. Wir erreichen so eine Entlastung und zugleich einen Qualitätssprung an unseren Pflichtschulen!

Zur Verfügung gestellt wird:

  • ein österreichweit einheitliches Fördermodell (Gesamtvolumen bis 2022 bis zu 54,6 Mio. Euro),
  • bis zu 1000 Stellen mit einer Förderlaufzeit bis 2022 (Eine situationsabhängige Verlängerung von Förderfällen wird anschließend geprüft.),
  • bundesweit einheitliches Jobprofil für administrative Assistenzen und ein einheitliches Aus‐ und Fortbildungsprogramm.

Je aufgenommener administrativer Assistenz leistet das AMS 66,67% Eingliederungsbeihilfe, die übrigen Kosten werden von Seiten der jeweiligen Dienstgeber abgedeckt.

Das dafür notwendige Förderprogramm wird noch vor dem Sommer eingerichtet und gilt bereits ab dem Schuljahr 2020/21. Das Einstiegsgehalt liegt bei rund € 2.000,00 brutto (bei Vollbeschäftigung), allfällige einschlägige Vordienstzeiten können angerechnet werden.