Mit der Eröffnung des Personenverkehrs auf der Koralmbahn am 14. Dezember dieses Jahres wird ein Meilenstein in der österreichischen Verkehrsgeschichte gesetzt. Die neue Hochleistungsstrecke verbindet die Landeshauptstädte Graz und Klagenfurt in nur 45 Minuten und eröffnet damit völlig neue Perspektiven für Mobilität, Arbeitsmarkt, Bildung und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Süden Österreichs.
Ausgangslage und Problemstellung:
Trotz dieser bahnbrechenden Infrastrukturmaßnahme fehlt derzeit ein einheitliches, grenzüberschreitendes Ticket- und Tarifsystem zwischen den Bundesländern Steiermark und Kärnten. Weder der Steirische noch der Kärntner Verkehrsverbund, noch die ÖBB bieten aktuell eine durchgängige, einfach nutzbare Tariflösung für Fahrgäste auf der neuen Verbindung an. Das betrifft insbesondere Pendlerinnen und Pendler, Studierende sowie Gelegenheitsreisende, die auf unkomplizierte und kostengünstige Angebote angewiesen sind.
Zielsetzung:
Ziel ist die Etablierung eines gemeinsamen, länderübergreifenden Verkehrs- und Tarifsystems zwischen Kärnten und der Steiermark bis zur vollständigen Inbetriebnahme des Fahrplans im Dezember 2025. Dabei soll insbesondere auch ein kompatibles Modell für das Klimaticket berücksichtigt werden.
Vorgeschlagene Maßnahmen:
- Einführung einer „Stichlinie“ im Steirischen Verkehrsverbund:
- Erweiterung des Tarifgebiets des Verkehrsverbundes Steiermark entlang der Koralmbahn bis nach Klagenfurt.
- Vorbildfunktion bestehender Tariferweiterungen nach Wien, Radstadt, Tamsweg, Reichenfels, Stegersbach, Oberwart und St. Gotthard.
- Spiegelbildliche Erweiterung des Kärntner Verkehrsverbundes:
- Ausdehnung des Gültigkeitsbereichs nach Graz entlang der Koralmbahn.
- Ermöglichung eines reziproken Ticketmodells mit gegenseitiger Anerkennung von Zeit- und Klimatickets.
- Tarifliche Integration in das Klimaticket-System:
- Sicherstellung, dass die neue Verbindung in die bestehenden Klimaticketmodelle integriert wird, um Doppeltickets oder tarifliche Brüche zu vermeiden.
- Möglichkeit für PendlerInnen, mit einem einzigen Ticket die gesamte Strecke zu nutzen, unabhängig von Landesgrenzen.
- Koordination zwischen den Verkehrsverbünden und der ÖBB:
- Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zwischen dem Verkehrsverbund Steiermark, dem Verkehrsverbund Kärnten und der ÖBB zur technischen, rechtlichen und tariflichen Umsetzung.
- Beteiligung relevanter Stakeholder, insbesondere Interessenvertretungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Studierenden und Unternehmen.
Nutzen und Wirkung:
- Sozialer Nutzen: Vereinfachung des Pendelns, bessere Erreichbarkeit von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Senkung der Mobilitätskosten.
- Wirtschaftlicher Nutzen: Förderung der wirtschaftlichen Verflechtung zwischen Graz und Klagenfurt, Stärkung des gemeinsamen Wirtschaftsraumes Südösterreich.
- Ökologischer Nutzen: Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Verkehrs, Reduktion des motorisierten Individualverkehrs, Beitrag zur Erreichung der Klimaziele.
Forderung:
Die Allianz für ein kundenfreundliches Tarifsystem fordert die Landesregierungen der Steiermark und Kärntens auf, bis spätestens Dezember 2025 ein gemeinsames, kompatibles Ticket- und Tarifsystem für die Koralmbahn zu realisieren. Dabei soll das bewährte Modell der Stichlinien und Tariferweiterungen des Steirischen Verkehrsverbundes als Grundlage dienen. Ein durchgängiges Klimaticketmodell ist integraler Bestandteil dieser Lösung.
Schlussbemerkung:
Die Koralmbahn bietet eine historische Chance zur nachhaltigen Veränderung der Mobilität in Südösterreich. Diese Chance darf nicht durch kleinteilige Tarifstrukturen und bürokratische Hürden verspielt werden. Ein modernes Verkehrssystem braucht moderne, einfache und bürgernahe Tariflösungen – und zwar über Bundesländergrenzen hinweg. Die Koralmbahn soll nicht nur ein technisches, sondern auch ein tarifliches Erfolgsmodell werden!
ALLIANZ FÜR EIN KUNDENFREUNDLICHES TARFSYSEM AUF DER KORALMBAHN:
Steirische Pendlerinitiative, Kärntner Pendlerinitiative, ÖAAB-FCG-Arbeiterkammerfraktionen Kärnten und Steiermark, Steirischer ÖAAB, FCG Steiermark
