„Pendler im Dauerstau, Arbeitsplätze unter Druck“: ÖAAB und Grazer Volkspartei fordern Kurswechsel bei Verkehrs- und Standortpolitik

Die aktuelle Verkehrspolitik in Graz sorgt bei tausenden Pendlerinnen und Pendlern aus Graz-Umgebung, insbesondere aus dem Norden des Bezirks, zunehmend für Frust.
Allein über die B67a und die Wiener Straße pendeln täglich rund 25.000 Fahrzeuge aus GU nach Graz. In Andritz gibt es aktuell nur die P+R Anlage Weinzödl mit 150 Stellplätzen, in den Bezirken Richtung Stadtkern (Gösting, Lend, etc.) vereinzelt Parkgaragen und Stellplätze – zusammen ein paar hundert Parkplätze.

„Das ist jedenfalls viel zu wenig, um den Bedarf zu decken. Es braucht mehr Parkplätze an den Stadträndern und gleichzeitig eine viel bessere Anbindung des Grazer Nordens an das Öffi-Netz.
Wenn ich den Verkehr schon abfangen will, muss ich das an der Stadtgrenze machen und nicht erst im Zentrum. Solange das Angebot weiter unattraktiv bleibt, werden logischerweise die meisten weiterhin auf das Auto angewiesen sein“, kritisiert Lukas Tödling, Landesgeschäftsführer des Arbeitnehmerbundes und Arbeiterkammerrat aus Semriach. „Gleichzeitig müssen in der Innenstadt leistbare Parkplätze für die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen und Geschäften erhalten und geschaffen werden!“

„2.000 gestrichene Parkplätze im Stadtgebiet ohne Ersatz und ein permanentes Baustellenchaos verschärfen die Situation zusätzlich. Die rot-rot-grüne Stadtregierung aus KPÖ, Grünen und SPÖ spielt Verkehrsteilnehmer gegeneinander aus, statt ein funktionierendes Gesamtkonzept vorzulegen“, erklärt Markus Huber, Stadtparteigeschäftsführer der Grazer Volkspartei.

Die Grazer Volkspartei hat deshalb mit dem Mobilitätskonzept „Parken neu gedacht“ konkrete Maßnahmen ausgearbeitet. Im Fokus stehen neue Park+Ride – Anlagen in Andritz und Gösting mit jeweils rund 1.000 Stellplätzen sowie eine neue Tiefgarage am Lendkai mit rund 400 Stellplätzen. Dadurch soll der Verkehr bereits am Stadtrand abgefangen und der Parkplatzsuchverkehr in der Innenstadt reduziert werden.

„Wir setzen auf attraktive Angebote statt auf Verbote. Wer aus Graz-Umgebung nach Graz pendelt, braucht vernünftige Lösungen und eine gute Erreichbarkeit“, so Huber.

Entwicklung gefährdet Arbeitsplätze

Besonders kritisch sehen Huber und Tödling auch derzeitige Wirtschafts- und Standortpolitik in Graz.

„Fast die Hälfte der Beschäftigten aus GU arbeitet in Graz. Die schlechte Wirtschaftsentwicklung in der Landeshauptstadt gefährdet damit unmittelbar auch Arbeitsplätze vieler Menschen aus Graz-Umgebung. Wenn Betriebe unter schlechter Erreichbarkeit, Staus und falschen politischen Entscheidungen leiden, trifft das am Ende auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Umland“, fordert Tödling mehr ökonomischen Fokus der Stadtregierung.  

ÖAAB und Grazer Volkspartei fordern daher einen klaren Kurswechsel in der Grazer Verkehrs- und Standortpolitik.

„Graz braucht wieder eine Politik mit Hausverstand – für Pendler, Arbeitnehmer und Betriebe. Weniger Ideologie und mehr Lösungen müssen endlich das Ziel sein“, so Huber.

Tödling und Huber bei der bereits in den frühen Morgenstunden völlig überfüllten P+R Anlage in Weinzödl ©ÖAAB