Stillstand ade. Es muss wieder was weitergehen im Land! Während sich die Zeiten ändern, gilt für uns eines mehr denn je: Wer arbeitet, sich engagiert und leistungsbereit ist, muss dafür auch entsprechend entlohnt und wertgeschätzt werden! Bei unserer Klausur des Landesvorstandes am vergangenen Wochenende haben wir die Arbeitsschwerpunkte des Steirischen ÖAAB für die nächsten Monate und darüber hinaus festgelegt.
Stillstand ade. Mehr ÖAAB!
Umbrüche erfordern meist auch eine Klarstellung bzw. Neustatuierung bestehender Regelungen und Errungenschaften. In diesem Zusammenhang ist für uns klar:
Kürzungen für arbeitende Menschen kommen für uns nicht in Frage. Wir werden auch genau darauf achten, dass die Sanierung der maroden Budgets nicht auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land erfolgt.
ÖAAB-Landesobmann Bundesrat Günther Ruprecht: „Leistungsgerechtigkeit bleibt die DNA der Arbeit des ÖAAB. In Zeiten der Budgetsanierungen werden wir genau darauf achten, dass nicht die Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellten die Last zu tragen haben.
Wir kämpfen für unsere Erfolge- vom Familienbonus, über das erhöhte Kilometergeld bis zum Pendlerpauschale!“
Innerhalb der Volkspartei rät ÖAAB-Landesobmann Bundesrat Günther Ruprecht zu einem stärkeren Fokus auf bewährte Kompetenzen, wie den Einsatz für die gesellschaftliche Mitte: „Wahlen gewinnt man auch künftig nicht gegen die große Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!“
Einsatz ist #mehrwert
Darüber hinaus war es Ziel der Klausur, konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, die den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden und vor allem Fairness für die Leistungsträgerinnen und Leistungsträger im Land, die arbeitenden Menschen, zu sichern. Dabei wurden insbesondere die Themen Schwerarbeitspension, Pendlerpauschale, Teilpension sowie die Reform des Arbeiterkammerwahlrechts behandelt.
Schwerarbeit für die Pension besser bewerten – Leistung zählt, nicht die Tage!
Der ÖAAB fordert eine grundlegende Reform der Schwerarbeitspension. Besonders belastende Berufe wie in der Pflege oder im Straßenerhaltungsdienst, die mit enormen körperlichen und psychischen Belastungen verbunden sind, sollen im Pensionssystem besser anerkannt werden. Derzeit werden Schwerarbeitsmonate nach der Anzahl der Arbeitstage berechnet, was für viele Berufsgruppen ungerecht ist. Insbesondere Beschäftigte in Schicht- oder Turnusdiensten, die in 12-Stunden-Arbeitstagen arbeiten, haben es oft schwer, die 15 Schwerarbeitstage im Monat zu erreichen, obwohl sie in kurzer Zeit einer erheblichen Belastung ausgesetzt sind.
„Künftig sollen nicht mehr die Arbeitstage, sondern die tatsächlich geleisteten Stunden zur Zuerkennung eines Schwerarbeitsmonats zählen. Nur so kann die gerechte Anerkennung von Leistung und Belastung auch in der Pension sichergestellt werden. Ziel ist es, den Zugang zur Schwerarbeitspension für betroffene Berufsgruppen zu erleichtern und eine realistische und faire Berechnung der Schwerarbeitsmonate zu gewährleisten“, erklärt Ruprecht.
Pendlerpauschale: ÖAAB fordert kilometergenaue Entlastung
Pendeln ist eine Belastung, die Zeit, Geld und Nerven kostet. Der ÖAAB fordert daher eine umfassende Reform des Pendlerpauschales. „Es ist Zeit für eine faire Entlastung der Pendlerinnen und Pendler. Die Pendlerpauschale muss den tatsächlichen Kosten und Entfernungen gerecht werden“.
Der ÖAAB fordert die Einführung einer kilometergenauen Abrechnung der Pendlerförderung mit einer gleichzeitigen Erhöhung und Einführung einer automatischen Wertsicherung des Pendlerpauschales.
Besonders vor dem Hintergrund der erhöhten CO2-Steuer und der geplanten Streichung des Klimabonus, der pauschal und ohne Berücksichtigung tatsächlicher Pendelkosten ausgezahlt wurde, ist eine faire Entlastung für die Pendler dringend notwendig. Der ÖAAB setzt sich dafür ein, dass das Pendlerpauschale künftig besser an die realen Belastungen und Fahrtstrecken angepasst wird.
Echte Teilpension – Ein Paradigmenwechsel
Der ÖAAB fordert die Einführung einer echten Teilpension, die es den Menschen ermöglicht, nach Erreichung des Pensionsalters ihre Arbeitszeit zu reduzieren und gleichzeitig ihre Pension schrittweise zu beziehen. Diese flexiblere Übergangslösung würde es den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ermöglichen, ihren Ruhestand individuell zu gestalten und gleichzeitig weiter in Teilzeit zu arbeiten.
„Wer nach der Pension weiterhin arbeitet, soll keine Pensionsbeiträge zahlen müssen, aber auch von Steuererleichterungen profitieren“, erklärt Ruprecht: „Leistung muss auch hier attraktiv bleiben. Eine Teilpension wäre ein wichtiger Schritt, um den Übergang in den Ruhestand für viele Menschen zu erleichtern und ihre Arbeitskraft länger zu erhalten.“
Reform des Arbeiterkammerwahlrechts: Mehr Gerechtigkeit bei den Wahlen
Die niedrige Wahlbeteiligung bei den Arbeiterkammerwahlen zeigt einen klaren Reformbedarf im Kammerwahlrecht. ÖAAB-Landesobmann Ruprecht und ÖAAB-FCG-Fraktionsvorsitzender Lukas Tödling fordern eine grundlegende Reform des Wahlrechts, die gleiche Bedingungen für alle wahlwerbenden Gruppen schafft. Besonders wichtig ist dabei, einen niederschwelligen demokratischen Zugang für alle Kammermitglieder zu gewährleisten. So soll beispielsweise auch jungen Menschen wie Lehrlingen der Zugang zum Wahlrecht erleichtert werden, ohne bürokratische Hürden.
„Die Einführung einer reinen Briefwahl würde die Wahl überdies transparenter und fairer gestalten und gleichzeitig kleinere Fraktionen entlasten, die derzeit durch die bestehende Praxis benachteiligt werden“, so Ruprecht und Tödling unisono. Der ÖAAB setzt sich daher für eine Wahlrechtsreform ein, die den demokratischen Prozess in der Arbeiterkammer stärkt und allen Wählerinnen und Wählern gleiche Chancen bietet.
