ÖAAB und Bürgermeister fordern rasche Lösung und Berücksichtigung zusätzlicher Pendlerwege im Pendlerpauschale
Die seit Monaten bestehende gleichzeitige Sperre der Autobahnauf- und -abfahrt Modriach sorgt bei Pendlern, Gastronomie und regionaler Wirtschaft für Unmut. Besonders betroffen sind die Gemeinden Edelschrott und Hirschegg-Pack. Bei einem Lokalaugenschein tauschte sich gestern ÖAAB-Landesobmann Bundesrat Günther Ruprecht mit Bürgermeister Georg Pressler (Edelschrott), Bürgermeister Markus Prettenthaler (Hirschegg-Pack) und weiteren Gemeindevertretern über die Auswirkungen der Sperre aus.
„Wer über Monate einen erheblichen Umweg fahren muss, verliert nicht nur Zeit, sondern muss auch deutlich mehr für Treibstoff und Fahrzeug aufwenden. Was auf den ersten Blick nach einem überschaubaren Umweg aussieht, führt insgesamt zu einer erheblichen Belastung für das Haushaltsbudget – nämlich von mehreren hundert Euro! Deshalb müssen wir darauf schauen, wie die Betroffenen möglichst rasch entlastet werden können“, so Ruprecht.
Auch die Bürgermeister kritisieren die Situation: „Wir halten fest, dass wir Sanierungen und Investitionen in die Infrastruktur selbstverständlich begrüßen. Wir alle brauchen funktionierende Straßen. Nicht nachvollziehbar ist für uns aber die gleichzeitige Sperre beider Richtungen über einen so langen Zeitraum. Besonders problematisch ist, dass ursprünglich eine andere Vorgangsweise kommuniziert wurde und die betroffene Bevölkerung erst sehr spät über die tatsächliche Totalsperre informiert wurde“, so Georg Pressler und Markus Prettenthaler.
Tausende zusätzliche Kilometer – viele Zusatzprobleme
Für viele Pendler bedeutet der Umweg über die Pack rund 22 zusätzliche Kilometer pro Tag – mindestens. Über die Sperrdauer summiert sich das auf mehrere tausend Kilometer. Durch die zusätzlichen Höhenmeter über den Packsattel steigen auch Treibstoffverbrauch und Kosten. Gleichzeitig erschwert die Sperre die Erreichbarkeit von Gastronomie und regionalen Betrieben. Sind viele Gäste am Packer Stausee kommt es außerdem zu gefährlichen Situationen zwischen dem Ausweichverkehr und den vielen parkenden Autos.
Kritik übt Ruprecht auch an der (fehlenden) Kommunikation der ASFINAG: „Bei einer monatelangen Sperre müssen Pendler, Gemeinden und Betriebe frühzeitig wissen, worauf sie sich einstellen müssen. Verlässliche und rechtzeitige Information ist hier unerlässlich.“
Baustellenumwege bei Pendlerpauschale berücksichtigen
Die Sperre zeigt zudem ein grundsätzliches Problem beim Pendlerpauschale: Länger dauernde Baustellenumwege werden bei der Berechnung nicht entsprechend berücksichtigt. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verlängert sich die tatsächliche Strecke erheblich. Bei Pendlern in Richtung Graz kann dadurch sogar die 60-Kilometer-Grenze überschritten werden und sie würden eigentlich in die höchste Stufe der Entlastung fallen.
„Wer wegen einer monatelangen Sperre dauerhaft deutlich weiter zur Arbeit fahren muss, hat reale Mehrkosten. Diese Belastung darf nicht einfach unberücksichtigt bleiben. Wir brauchen eine praxistaugliche Lösung für länger dauernde, unvermeidbare Baustellenumwege“, fordert der ÖAAB-Landesobmann.
Der ÖAAB will daher sowohl gegenüber der ASFINAG auf eine möglichst rasche Entlastung drängen als auch eine bessere Berücksichtigung solcher Umwege beim Pendlerpauschale thematisieren. „Infrastrukturinvestitionen sind wichtig – genauso wichtig ist es aber, die Menschen und Betriebe während der Bauzeit nicht allein mit den Folgen zu lassen“, so Ruprecht abschließend.
Der ÖAAB wird sich darüber hinaus auch an Verkehrsminister Peter Hanke und Finanzminister Markus Marterbauer wenden, um auf die Situation der betroffenen Pendler und die notwendige Berücksichtigung der zusätzlichen Wegstrecken beim Pendlerpauschale aufmerksam zu machen.

